Kartoffel ernten
Der grüne Daume ist meiner nicht. Ich habe kein Gespür für die Bedürfnisse von Pflanzen, wann ich sie sähen muss, wann gießen oder was sie so an Dünger brauchen. Ich gebe zu, mich interessiert das nicht. Gärtnern ist auch nicht meins. Das Wühlen im Dreck empfinde ich als echte Herausforderung. Aber ich mag Gärten! Schöne Gärten, am liebsten mit vielen Dingen zum Ernten und großen Blumenbeeten.
Und jedes Jahr versuche ich mein Glück aufs neue. Ich sähe Ringelblumen, die meist von den Schnecken gefressen werden, versuche Salat zu setzen – der klappt ja immer – auch Mais und Zwiebeln stehen oben auf der Liste der machbaren Pflanzensorten. Meine liebste Pflanze aber ist und bleibt die Kartoffel. Die Kartoffel kommt immer. Die Kartoffel hat immer irgendwas zum Ernten. Die Kartoffel verspricht mir immer wieder Gärtnererfolg und hält das Versprechen. Ich liebe die Kartoffel. Gestern abend haben wir nun die ersten Kartoffeln geerntet. Es war ein voller Erfolg. Die Kinder rupfen die Pflanzen aus und wühlen in der Erde. Die reifen Knollen sammelt die Jüngste ein und bewacht sie. Und ich arbeite mit dem Spaten das Beet nach vergessen Kartoffeln nach. Danach werden die Knollen gewaschen und für den sofortigen Verzehr vorbereitet. Am liebsten Pellkartoffeln mit viel Joghurt und Kräutersalz. Mehr braucht es nicht.
Begeistert bin ich immer wieder von den Farben der frisch geernteten Kartoffeln, dem Geruch nach Erde und der Euphorie der Kinder, die sich kaum bremsen können, ihr Essen selbst geerntet zu haben.
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