2. April 2011 - 06:40 Uhr
Ein wunderschöner Tag in Trier. Frühling liegt in der Luft, die Shoppinglaune steigt. Ich bin verabredet auf einen Plausch mit dem kreativsten Mode Start-up der kleinen Stadt: Frl. Prusseliese. Das junge Label steht für gute Laune Mode. Schnitte und Muster sind jung und frech. Ein Patent haben sie auch schon: Herrn Ärmel. Das ist nicht der langweilige Typ mit der Kamera aus Jim Knopf. Aber, so versichert mir Julia, eine der beiden Firmengründerinnen, Herr Ärmel zeigt, wofür sie stehen: das Erinnern an die Kindheit, das sich weniger ernst nehmen, auch mal lachen, bei allem, was an Streß im Alltag so dazu gehört!

Ein solcher Laden in Trier, der eigentlich nach Berlin gehört, das ist schon was. “Eulen nach Athen tragen”, wolle sie ja nicht gerade, sagt Kathrin auf die Frage, warum Trier. Die beiden Firmengründerinnen Kathrin Greve und Julia Schwab, beides Modedesign Absolventen der FH Trier, blieben einfach hier, um den Menschen in dieser Stadt, das Design zu bringen, nach dem sie schon lange dürsten. Und hier hake ich mich als Mutter dankbar unter, denn in der Tat, fehlte der Stadt bis zum Auftauchen der strengen Tante aus Pippi Langstrumpf 2004 tatsächlich ein kleines, feines Label, das uns aufatmen und träumen lässt. Vielleicht ist es der Stadt Trier nicht ganz bewusst, wieviel sie den beiden zu verdanken haben. Durch Frl.Prusseliese kam plötzlich die Großstadt, die Trier Einwohnerzahlen mäßig ist, auch gedanklich in greifbare Nähe und im Fahrwasser der beiden Jungdesigner eröffneten eine Reihe kleiner Läden, die sich entschieden, Mode und Accessoires fern des Mainstreams anzubieten.
Was lieben wir an Frl. Prusseliese? Alles! Die Mädels lieben die fantastischen Stoffe. Eine Mischung aus alt und neu, aus retro und gegenwärtig wird dank zeitloser Schnitte zu Lieblingteilen der Kinder. Da alle Teile – ausser Socken – in Handarbeit hergestellt werden und zwar von den Designer und ihren beiden Auszubildenden, wird jedes meiner Kinder zu einem kleinen Starmodell. Denn es versteht sich von selbst, dass die Konfektion passend geschneidert wird. Es ist ein Happening für die Kinder. Sie suchen sich ein Modell aus und statt es direkt mit nach Hause zu nehmen, wird erst mal Maß genommen und gewartet. Dann, nach wenigen Tagen, kommt die lang ersehnte Email oder der Anruf: “Das Kleid ist fertig und kann abgeholt werden.” Anprobe, passt?, super … Lächeln und ein stolzer Gang nach Hause. Keines der Teile, die ich je dort kaufte, vergammeln im Schrank!
Zweimal im Jahr bringen die beiden im “Team” die neuen Kollektionen heraus, die sie dann dank Internet in die Welt tragen. Übrigends kann man Accessoires schon deutschlandweit in ausgesuchten Läden kaufen. Für die Mode müßt Ihr nach Trier kommen oder Euch über www.frl-prusselise.de mit den neuesten Modellen eindecken.

Was viele gern vergessen, ist, dass Frl.Prusseliese auch Schwangerschaftsmode schneidern. Jenseits von Zelten oder Schlabberlook machen die beiden aus jeder Schwangeren eine große Schönheit. Röcke mit dehnbarem Bund, Kleider mit lockerem Fall – Schwangerschaftsmode?! Aber sicher!!! Und hier sieht man, wie weit die Designerinnen beim Entwerfen ihrer Modelle denken: Frauen werden eben auch schwanger. Warum also nicht eine Mode entwerfen, die sowohl als auch tragbar ist? “Die Tops sind ohnedies extra lang geschnitten”, erklärt Kathrin, da passt ein Bäuchlein prima rein und wenns nicht passt, dann wirds passend gemacht. Wenn ich so darüber nachdenke, stelle ich fest, wie recht die beiden haben. Auch wenn sich die Schwangerschaftsmode in den letzten Jahren dank einiger Labels schon sehr verbessert hat, wirklich hip und trendy ist sie nicht.
Es ist Zeit, das zu ändern! Danke, Fräulein Prusseliese!
