Kategorie: Ferien


Milch

9. Juli 2012 - 07:31 Uhr

Milch gibts im Supermarkt. Sie kommt aus dem Tetrapack und am liebsten in H Qualität. Sonst bildet sich nämlich beim Kochen so ekelige Haut auf der Milch. So sehen das zuminest meine Kinder. Sie wissen schon, dass die Milch eigentlich von den Kühen kommt. Die Kühe stehen aber auf der Weide und nicht im Supermarkt. Also wissen sie nicht, wie die Milch von der auf der Weide stehenden Kuh in den Tetra Pack gelangt. Und woher auch? Aber ein neuerlicher Besuch im Dorf der Schwiegereltern sollte das Mysterium endlich lösen. Als nämlich ein Nachbar der Schwiegereltern gegen Abend mit einem Milchkrug am Hof vorbeischlenderte, in welchem wir saßen und dem Grillwürstchen beim Grillen zusahen, fragte mein Mann unvermittelt: kann man hier frische Milch kaufen. Offensichtlich. Es ist eine Schande für mich und meinen Mann, dass wir das bisher nicht gewusst haben. Immerhin kommt der Gute aus dem Ort und ich fahre ja nun auch schon seit über 15 Jahren regelmäßig dorthin. Mein Schwiegervater erklärte, dass man immer abends zur Melkstunde beim örtlichen Milchbauern frische Milch kaufen kann. Man braucht nur ein Gefäß. Also erbettelten wir ein oder zwei Gefäße von der Schwiegermutter und machten uns auf den Weg. Die Kühe waren noch immer auf der Melkstation und die Kinder sahen, wie die Milch aus dem Euter der Tiere in die Behälter gepumpt wurden. Um unsere Köpfe schwirrten Schwalben und zu unseren Füßen spielte eine kleine Katze mit den Schnürsenkeln unserer Schuhe. Alles sehr pittoresk! Tja und dann der große Moment. Der Bauer hatte uns noch gewarnt: es schmeckt anders. Ungewohnt. Vielleicht schmeckt es den Kindern nicht. Von wegen. Keine Zehn Minuten und die euterwarme Milch war ausgetrunken. Der höhere Fettgehalt hatte das Getränk lecker süffig und die Bäuchlein der Kinder beglückend warm und satt gemacht. Als wir zehn Minuten später im Auto saßen, um nach Hause zu fahren, waren die sie innerhalb von fünf Minuten eingeschlafen. :) Ich denke, ich werde hier in der Gegend auch mal einen Milchhof besuchen!

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Unwetter

6. Juli 2012 - 08:26 Uhr

Gewitter im Sommer sind was Normales. Aber gestern war hier mehr als ein Gewitter – es war ein Unwetter. Und wir waren mittendrin. Alles begann mit dem Wunsch der Kinder ins Freibad  zu gehen. Dafür bin ich immer zu haben, wenn das Wetter halbwegs mitspielt. Auf dem Weg dorthin – wir brauchen etwas 20 Minuten mit dem Auto – hatte ich schon so eine komische Vorahnung. Die Windräder am Berg standen still, aber die Wolken bauten sich zu hohen Konstrukten auf. Meine Große meinte noch: das sieht aus, wie die Ruhe vor dem Sturm.

Sei es drum, wir ins Wasser bis die Kinder wieder blaue Lippen hatten und nicht so schnell zittern konnten, wie sie froren. Ein Picknick sollte helfen, die armen durchfrorenen Nasen wieder warm zu machen. Und da war es plötzlich da – das Unwetter. Die dunkle Front stand drohend vor uns. So schnell wir konnten, packten wir unsere Sachen zusammen und rannten zum Auto. Kaum im Auto ging es auch schon los. Dicke Regentropfen platschten auf den warmen Aphalt, heftig werdender Wind begann die Äste der Bäume ordentlich durchzuschütteln. Noch hatte ich Hoffnung, dass es nur ein langweiliges Gewitter war, das sich freundlicher Weise bald wieder verziehen würde. Tat es aber nicht und als ein Baum direkt vor uns in zwei Hälfte geteilt wurde, wagte ich den Blitzstart vom Schwimmbad Parkplatz. Höchste Eisenbahn, denn die Brücke, die in den Ort führte, war bereits so stark geflutet, dass das Auto mehr schwamm als fuhr. Auch der Weg nach Hause war ein Alptraum – Sicht gleich null, Aquaplaning an sehr vielen Stellen, reißende Bäche und Schlammmassen, sie sich über die Straßen wälzten. Wir fuhren schneller als die Wolken waren und brachten uns in Sicherheit. Als wir auf einer Anhöhe waren, wagten wir den Blick zurück ins Tal – schwarz, unglaublich, was für ein Wetter!

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Freibad

5. Juli 2012 - 08:55 Uhr

Freibad: allein das Wort suggeriert Sommer. In meinen jüngeren Jahren ging ich immer mit Klassenkameraden ins Freibad. Sobald die Saison eröffnet war, verbrachten wir unsere Nachmittage sooft es ging im Freibad. Pommes mit Würstchen und Ketchup am Kiosk gehörte ebenso dazu wie Frieren bei 25 Grad im Schatten.

Freibad heute ist anders  – weniger entspannt als früher. Naja, heute bin ich Mutter und gehe als Mutter ins Freibad – mit vier Kindern. Manchmal auch mit mehr, wenn noch eine Freundin oder ein Freund der Kinder mitkommt. Sie zu beaufsichtigen kostet Nerven. Und doch ist es gleichzeitig unendlich süß, wie die winzigen Füße durch das Wasser platschen. Schön zu sehen, dass die Kinder das Freibad genauso schätzen, wie ich damals in meiner Kindheit. Und natürlich kaufen sie sich die Pommes mit Ketchup am Kiosk und wenn das Geld nicht reicht, dann eben Apfelringe. Und sie zittern. Dann bekommen sie von mir im Hochsommer Wintermützen aufgesetzt – ein Bild für die Götter. Neulich habe ich den Badeanzug der Kleinsten vergessen. Blöd – aber nicht hoffnungslos. Sie konnte ins Wasser, weil ich ihr aus meinem Trägershirt einen Badeanzug basteln konnte. Sah auch gar nicht verkehrt aus. Wer es nachmachen möchte: man nehme ein Trägershirt mit flexiblen Stoff, führe das Frontteil durch die Beine des Kindes und knote es hinten mit den beiden Trägern des Shirt zusammen. :) In diesem Sinne: genießt das Freibad!

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Manchmal

2. Juli 2012 - 12:08 Uhr

Ich weiß, eigentlich wollte ich mich rar machen. Aber bei uns Schreiberleins ist die Muße manchmal übermächtig und der Wille zum Schreiben zu stark, als das die Tasten unberührt blieben. Heute am Tag drei der Sommerferien sind wir endlich wieder bei uns angekommen. Manchmal verliert man sich als Familie im Alltag aus den Augen. Manchmal muss man sich einfach noch mal ruhig und dann vollkommen neu begegnen und kennenlernen – die Kinder untereinander und ich die Kinder. Alltag ist etwas Übermenschliches, etwas Großes, das die schönen, kreativen Ideen einfach auffressen kann.

Heute morgen aber tippelten kleine Füße auf der Suche nach Frühstück ausgeschlafen die Treppe hinunter. Sie brachten alle Decken und Kissen mit, die sie in Windeseile im Wohnzimmer auf dem Sofa aufbauten. Decke über Decke, Kissen über Kissen. Mein Mißtrauen gegenüber der großen Unordnung verflog ziemlich schnell als ich merkte, in welche Richtung das Ganz ging. Es war ein Kissen – Betten – Maulwurfshügel und die Kinder waren die Maulwürfe, die Gänge durch die Kissen und Decken bauten. Manchmal stürtzte ein Tunnel ein, dann waren die anderen plötzlich Rettungsteams, die Spaß daran hatten, den eingeklempten Kumpanen zu retten. Und was zu wild für meine Jüngste war, heißt noch lange nicht, Langeweile. Denn sie bekam Botengänge, wurde die Kulturbeauftragte, organisierte Monster und andere Schrecklichkeiten, die das Spiel andauern ließen. So geht er dahin der Vormittag im Regen. Und ich denke, manchmal und leider allzu oft vergesse ich, was wirklich wichtig ist – nicht das Spiel, sondern das Miteinander. Auch mal 5 gerade sein lassen. Scheiß auf Ordnung, wenn das Chaos doch so herzerweichend schön ist!

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Sommerferien

1. Juli 2012 - 12:40 Uhr

Jetzt sind Sommerferien – Endlich!!!! Diese Sommerferien habe ich ersehnt. Mal ausspannen. Neue Impulse suchen und finden. Mal das Meer sehen, andere Gesichter. Auf zu neuen Ufern.

In den Sommerferien brauchen meine Kinder immer ein wenig, um mit der ganzen freien Zeit klar zu kommen. Da fliegen dann schon mal die Fetzen, Streit und Disharmonie – aber das vergeht auch schnell wieder. Haben sie sich erst mal an die viele freie Zeit der Sommerferien gewöhnt, geht es in einem anderen Rhythmus weiter – lange Schlafen, viel zusammen spielen, gemeinsam in eine völlig andere Welt abtauchen. Eine Welt, in der ich nichts zu suchen habe und die ich auch wirklich nicht verstehe. Und das ist gut so, denn manches ist und bleibt einfach geheim. Und weil wir jetzt Sommerferien haben, werde ich mich ein wenig mit der Blogger Arbeit zurücknehmen. Kids first :)   Aber ganz aus dem Netz verschwinden werde ich nicht. Ich werde euch ein paar Basteltipps für die lange, freie Zeit der Sommerferien mit auf den Weg geben und von den Veranstaltungen, die wir besuchen, werde ich auch berichten :)

Und einen kleinen Tipp habe ich noch. Solange die Erdbeeren noch reif und kaufbar sind, der beste Erdbeerkuchen der Welt: Sensationell schnell gemacht und für jede Kaffetafel oder als Nachtisch bestens geeignet. Alles, was ihr braucht sind Erdbeeren ( eine Schale), einen dünnen Tortenboden (Rezept dazu gibt es hier ), Sprühsahne und klaren Tortenguß. Lecker!

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Osterfest

4. April 2012 - 11:03 Uhr

Heute war unsere dritte Tochter bei ihrem Osterfest ihrer Kindergartengruppe. Die Erzieherinnen hatten sich einen Ausflug in den Wald überlegt, Osternestchen gebastelt und versteckt und den Kindern so einen wirklich schönen Start in die Osterzeit gegönnt. Danke dafür!!! Da der Rückweg immer beschwerlicher ist, als der Hinweg, kam ich unserem Kind entgegen. Immer dabei das jüngste Mitglied der Familie. Und während wir da nun am Waldrand saßen und auf die Kinder warteten, war die Frühlingsluft so schön warm und die Vögelchen zwitscherten und es war alles so schön und friedlich, dass mein Kind einfach einschlief. Tief und fest kuschelte sie sich in meinen Schoß, machte die Augen zu und schlief ein. Dieser Moment war so voller Schönheit und Frieden, Magie und Poesie! Ein Moment, den man nur als Mutter oder Vater geschenkt bekommt und den es festzuhalten gilt im Herzen für alle Zeit. Kinder werden all zu schnell groß und solange sie noch nach unserem Schutz und unserer Geborgenheit suchen, ist jeder dieser Momente geschenkte, pure Liebe… hach ja, der Früling. In diesem Sinne: FROHE OSTERN!

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Maronen

11. Oktober 2011 - 20:59 Uhr

Ein Hühnchen wollte eine meiner Töchter haben, schön knusprig und saftig sollte es sein und vor allem: gefüllt mit Maronen. Ein super Start in die zweite Ferienwoche. Denn das Wetter ist ja nicht so berauschend. Aber so haben wir einen tollen Grund, in den Maronenhain zu gehen. Ein wenig von unserem Haus entfernt, beginnt der Wald mit Waldweg, der von unglaublich großen und schönen Maronenbäumen gesäumt wird. Die lieben Kleinen wurden mit warmen Jacken und Körbchen bewaffnet und ab gings zum Sammeln. Mein Mann ist hier in seinem Element und auch die Kinder mögen das Auflesen der Kastanien. Nur die pieksigen Aussenhüllen der Maronen machen den kleinen Fingerchen zu schaffen.

Aber als die Taschen voll sind und das Sammeln beendet ist, wartet noch der abenteuerreiche Rückweg. Mein Mann schlägt den Mädchen vor, sie sollten den Weg nach Hause suchen und finden. Und mit einigen Umwegen, die wir alle ohne zu murren mitgehen, finden die Damen doch tatsächlich den richtigen Weg. Glück und Erleichterung machen sich breit. Bis zum Haus ist es nun nicht mehr weit.

Das Rezept für das Hühnchenglück ist übrigends denkbar einfach. Wichtig ist es, die Maronen aus der stacheligen Schale zu holen, die Kastanie selbst an der dicken Seite anritzen. Dann müssen die Maronen in heißem Wasser schwimmen lernen, abkühlen und von der Schale befreien. Am besten schmecken die leckeren Maronen, wenn die äußere, also die harte und die weiche, innere Schale abgepuhlt werden. Dann die Maronen mit Zwiebeln und Knoblauch zusammen kurz anbräunen und ins Hähnchen stopfen.

Das Hänchen müsst ihr vorher waschen und von eventuell vorhanden Eingeweiden befreien. Die Haut langsam vom Hals in Richtung Po anheben. Unter der Haut eine Kräuterbutter verteilen. Auf der Haut eine Mischung aus rotem, süßem Paprika und Salz verstreichen. Das ganze ab in den vorgeheizten Ofen und je nach Gewicht schmoren lassen. Wichtig: immer wieder den Sud aus dem Hähnchen nutzen, um das Hähnchen damit zu übergießen, so wird der Gockel lecker knusprig. Hach, was haben die Mädchen die Fingerchen geschleckt. Es war wieder lecker. Und bitte an alle, deren vegane Gefühle ich nun verletzt habe, überlest den Artikel einfach. Wir essen nun einmal gerne Fleisch – aber bitte Bio und bitte nur selten und so verwertet, dass die Ethik gewahrt wird.

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Apfelernte

7. Oktober 2011 - 12:41 Uhr

Als das Wetter noch nicht so nass war, also gestern, gingen meine Mädels – o.k. die drei Großen – in die Apfelernte. Hach, es ist jeden Herbst das schönste überhaupt. Bei schönem Wetter in die Ernte gehen. Ich gestehe, dass meine bäuerlichen Gene extrem verkümmert sind. Es war meine Mama, die überhaupt ein kleines Pflänzen für Gärtnern in mir hegte und pflegte und ich gestehe, mit dem Älterwerden finde ich auch immer mehr Gefallen an Gärtnerarbeiten.

Jedenfalls haben meine Mädchen ihre Gene für die Landwirtschaft weit besser ausgeprägt als ich. Das liegt sicherlich an meinem Mann, der darauf besteht – trotz sehr hoher Intelligenz – ein Bauer zu sein, wobei ich nicht gesagt haben möchte, dass Bauer perse weniger intelligent sind. Nunja. Die Äpfel sind reif und werden geerntet. Meine Große ab in die Bäume und die beiden Mädchen zwei und drei stehen darunter und fangen auf, was von oben herunterfällt. Das Resultat sind super leckere Äpfel und Kinder, die gerne in die Früchte beißen, weil sie selbst geerntet haben.

Da erinnere ich mich an die Ernteeinsätze, die ich mit meinen Eltern hatte. Wir waren in den Süßkirschen. Frühmorgens ging es los – dunkel wars und der Skoda meiner Eltern roch nach Benzin und Morgenkälte und ich erinnere mich an die Kolonne anderer Fahrzeuge, mit denen wir Kolonne fuhren. Dann wurden uns die Bäume für den Tag zugeteilt, Körber verteilt und los gings. Wir waren den ganzen Tag in den Kirschen, meine Schwestern und ich – wir liefen zwischen den Bäumen und zur Tischzeit wurde ein großes Picknick gemacht. An diese Tage erinnere ich mich mit Freuden – auch daran, dass wir Kirschen nach Hause schmuggelten.

Nunja, in den Äpfeln waren wir nie, dafür sind da jetzt meine Mädels und die machen das nicht den ganzen Tag, sondern maximal eine halbe Stunde. Aber Spaß macht es ihnen dennoch mindestens genauso sehr, wie mir damals die Kirschen ernten.

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Der Geburtstag anderer Leute

27. Juli 2011 - 21:55 Uhr

Normalerweise sage ich nichts über die Geburtstage anderer  Leute. Und normalerweise gibt es da auch wirklich nicht viel zu erzählen ausser “Mensch war das schön”, denn wenn man eingeladen ist, machen Geburtstage Spaß. Allerdings, wenn man unfreiwilliger Zeuge eines Kindergeburtstages der EXTRA Klasse ist, dann finde ich Geburtstage nicht schön, dann sind sie mir lästig.

Wir waren nämlich heute auf meinem allerliebsten Spielplatz. Der liegt mitten im Wald und hat diese fantastische Mischung aus Abenteuer – durch Hängebrücken – und Rückzugsmöglichkeiten – dank Wald und kleiner Häuschen im Wald. Unser Weg führte uns trotz Regen dorthin, denn ich wollte Eicheln sammeln für ein neues Filzprojekt. Und als wir ankamen, fand ich jede Menge Eicheln, aber auch einen Kindergeburtstag. Ca. 20 Kinder im Grundschulalter um die 7 oder 8 Jahren und ein paar kleiner Kinder um die 5 Jahre tummelten sich übermutig auf den Geräten und machten den Spielplatz zu einem wirklich lustigen Raum. Aber da waren noch die beiden Erwachsenen, Austräger des Kindergeburtstages und voller Motivation gepaart mit dem Wissen, garantiert den besten Geburtstag aller Zeiten veranstalten zu können. Alles war bis aufs Kleinste minitiös geplant. Mutti hatte sämtliche Weihnachtsgebäck Schachtel voller wertvoller Süßigkeiten vollgestopft, ein Tupper Waren Topf mit schwimmenden Würstchen war lange Mittelpunkt und natürlich hatte jedes Kind einen eigenen Plastikbecher mit einem Namensaufkleber. Wie wir feststellen durften drappierten sie die wertvolle Fracht in einer Ikea Platiktonne unter dem Scheitelpunkt der Brücken, wo die einzig halbwegs trockene Stelle an diesem Morgen war.

Denn trotz der obligatiorischen Jack Wolfskin Jacke beider Erwachsener, Wanderschuhe aller Kinder und dem unaufhörlichen Ruf: zieht die Jacken an, es regnet, waren die beiden Outdoor Erwachsenen nicht in der Lage die Gruppe halbwegs zu bändigen. Macht nichts, ist ja schließlich ein Spielplatz und gut erzogene Kinder aus Neubaugebieten wissen, wie das Überleben geht. Da wird gedrängelt und geschubst, solange, bis andere Kinder einfach gehen, weils reicht. Die Erwachsenen sagen nichts, Kinder müssen das unter sich ausmachen, außerdem kam gerade die gute Bekannte, die mal nach dem Rechten sehen wollte und da hat der Papi mit der super sitzenden Frisur mal schnell alle Jungs freundschaftlich geboxt, während Mutti ein Würstchen anbot. Schön ist es. Aber wirklich zu viel bekamen wir, als die Spiele anfingen. Da hat der gute Mann nämlich sein IPod aus der Wolfskin Jacke geangelt.  Denn es sollte einen Schnelligkeitsparcour geben. Einmal über alle Brücken etc. Wir wurden vorher gefragt, ob uns das recht ist. Ja, und wenn nicht, was dann? Jedenfalls zog er sein IPod aus der Tasche, denn so jemand überlässt nichts dem Zufall  und rief die Kinder der Reihe nach, wie er sie in seinem IPod eingetragen hatte auf die Startposition auf. Waren die Kinder fertig und ich erinnere an die Anzahl der eingeladenen Gäste, wurde die Zeit hinter den Namen in seinem chicen Computer eingetragen und der nächst war dran. Das dauerte so lange, dass die ersten Kinder einfach woanders hingingen, wegrannten oder sich gelangweilt in eine Ecke des nassen Spielplatz setzten und – richtig geraten, es kam der Ruf: Nicht hinsetzen, ist doch nass.

Wir gingen. Arme Kinder. Was für ein vergeudeter Vormittag. Jedenfalls haben wir unsere Eicheln gefunden. Denn meine Jüngste und ich nutzen die Zeit, um reichlich Eicheln zu sammeln immer schön mit einem Blick auf diesem Kindergeburtstag, der so traurig perfekt war, das er mir noch lange nachschallen wird.

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Gassi gehen mit dem Auto

24. Juli 2011 - 20:37 Uhr

Wir waren nun auch einige Tage in Urlaub.  Und was soll ich sagen, man kehrt doch immer wieder mit neuen Eindrücken zurück. Manche Impressionen sind so prägend, da weiß ich gleich, wenn ich diese Bilder sehe, werde ich sie nie vergessen! Ein Beispiel: Wir fuhren von einem kleinen Ausflug zurück ins Ferienhaus und zwar über einen Landweg. Keine Autos weit und breit, nur Natur, jede Menge Bäume, Blumen, Kühe und frische Luft… hach, ja – und dann dieser Hund, der im Vollsprint die Straße entlang rennt. Ich sage noch zu meinem Mann: Was ist denn das? Da sehe ich hinter der Kurve einen kleinen blauen Twingo, der langsam vor sich hintuckerte und ganz offentsichtlich zu dem Hund gehört – oder der Hund zum Auto? Egal, als der Hund aufschließt, steigt aus dem Auto ein mittelgroßer Mann mit Trainingshose – schmutzig und mit leicht ranzigen Haaren. Das Haar ist schütter und das Auto ist eigentlich auch nur Schrott. Der Hund ist bei genauerer Betrachtung eine Mischung aus seltsamer Kreuzung und kaum zu erkennender Hundeschnauze.

Während ich also das beim Vorüberfahren das Handwerkerdekoltee des Mannes mit schütterem Haar und schmutzigen Jogginghosen bewunderte, bemerkte ich eine unbändige Freude über das Bild, dass mir dieser Mensch unbewusst beschert hat. Wie Weihnachten – dieser Köter von einem schmutzigen, dicken Menschen per Auto Gassi geführt wurde. Und während sich meine Mundwinkel wieder nach oben bewegen, appeliere ich an alle, das gleich zu tun, denn es ist diese Alltagskomik, die das Herz so einfach erfreut! :)

P.S.: Ich muss mich entschuldigen, sagt mein Mann, denn ich hatte die Kamera in diesem seltenen Moment nicht dabei und kann Euch daher leider kein Bild präsentieren. Ich werde es malen…. und bis dahin: bitte einfach die Augen schließen und das Bild von alleine kommen lassen!

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