Kategorie: Ferien


Osterfest

4. April 2012 - 11:03 Uhr

Heute war unsere dritte Tochter bei ihrem Osterfest ihrer Kindergartengruppe. Die Erzieherinnen hatten sich einen Ausflug in den Wald überlegt, Osternestchen gebastelt und versteckt und den Kindern so einen wirklich schönen Start in die Osterzeit gegönnt. Danke dafür!!! Da der Rückweg immer beschwerlicher ist, als der Hinweg, kam ich unserem Kind entgegen. Immer dabei das jüngste Mitglied der Familie. Und während wir da nun am Waldrand saßen und auf die Kinder warteten, war die Frühlingsluft so schön warm und die Vögelchen zwitscherten und es war alles so schön und friedlich, dass mein Kind einfach einschlief. Tief und fest kuschelte sie sich in meinen Schoß, machte die Augen zu und schlief ein. Dieser Moment war so voller Schönheit und Frieden, Magie und Poesie! Ein Moment, den man nur als Mutter oder Vater geschenkt bekommt und den es festzuhalten gilt im Herzen für alle Zeit. Kinder werden all zu schnell groß und solange sie noch nach unserem Schutz und unserer Geborgenheit suchen, ist jeder dieser Momente geschenkte, pure Liebe… hach ja, der Früling. In diesem Sinne: FROHE OSTERN!

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Maronen

11. Oktober 2011 - 20:59 Uhr

Ein Hühnchen wollte eine meiner Töchter haben, schön knusprig und saftig sollte es sein und vor allem: gefüllt mit Maronen. Ein super Start in die zweite Ferienwoche. Denn das Wetter ist ja nicht so berauschend. Aber so haben wir einen tollen Grund, in den Maronenhain zu gehen. Ein wenig von unserem Haus entfernt, beginnt der Wald mit Waldweg, der von unglaublich großen und schönen Maronenbäumen gesäumt wird. Die lieben Kleinen wurden mit warmen Jacken und Körbchen bewaffnet und ab gings zum Sammeln. Mein Mann ist hier in seinem Element und auch die Kinder mögen das Auflesen der Kastanien. Nur die pieksigen Aussenhüllen der Maronen machen den kleinen Fingerchen zu schaffen.

Aber als die Taschen voll sind und das Sammeln beendet ist, wartet noch der abenteuerreiche Rückweg. Mein Mann schlägt den Mädchen vor, sie sollten den Weg nach Hause suchen und finden. Und mit einigen Umwegen, die wir alle ohne zu murren mitgehen, finden die Damen doch tatsächlich den richtigen Weg. Glück und Erleichterung machen sich breit. Bis zum Haus ist es nun nicht mehr weit.

Das Rezept für das Hühnchenglück ist übrigends denkbar einfach. Wichtig ist es, die Maronen aus der stacheligen Schale zu holen, die Kastanie selbst an der dicken Seite anritzen. Dann müssen die Maronen in heißem Wasser schwimmen lernen, abkühlen und von der Schale befreien. Am besten schmecken die leckeren Maronen, wenn die äußere, also die harte und die weiche, innere Schale abgepuhlt werden. Dann die Maronen mit Zwiebeln und Knoblauch zusammen kurz anbräunen und ins Hähnchen stopfen.

Das Hänchen müsst ihr vorher waschen und von eventuell vorhanden Eingeweiden befreien. Die Haut langsam vom Hals in Richtung Po anheben. Unter der Haut eine Kräuterbutter verteilen. Auf der Haut eine Mischung aus rotem, süßem Paprika und Salz verstreichen. Das ganze ab in den vorgeheizten Ofen und je nach Gewicht schmoren lassen. Wichtig: immer wieder den Sud aus dem Hähnchen nutzen, um das Hähnchen damit zu übergießen, so wird der Gockel lecker knusprig. Hach, was haben die Mädchen die Fingerchen geschleckt. Es war wieder lecker. Und bitte an alle, deren vegane Gefühle ich nun verletzt habe, überlest den Artikel einfach. Wir essen nun einmal gerne Fleisch – aber bitte Bio und bitte nur selten und so verwertet, dass die Ethik gewahrt wird.

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Apfelernte

7. Oktober 2011 - 12:41 Uhr

Als das Wetter noch nicht so nass war, also gestern, gingen meine Mädels – o.k. die drei Großen – in die Apfelernte. Hach, es ist jeden Herbst das schönste überhaupt. Bei schönem Wetter in die Ernte gehen. Ich gestehe, dass meine bäuerlichen Gene extrem verkümmert sind. Es war meine Mama, die überhaupt ein kleines Pflänzen für Gärtnern in mir hegte und pflegte und ich gestehe, mit dem Älterwerden finde ich auch immer mehr Gefallen an Gärtnerarbeiten.

Jedenfalls haben meine Mädchen ihre Gene für die Landwirtschaft weit besser ausgeprägt als ich. Das liegt sicherlich an meinem Mann, der darauf besteht – trotz sehr hoher Intelligenz – ein Bauer zu sein, wobei ich nicht gesagt haben möchte, dass Bauer perse weniger intelligent sind. Nunja. Die Äpfel sind reif und werden geerntet. Meine Große ab in die Bäume und die beiden Mädchen zwei und drei stehen darunter und fangen auf, was von oben herunterfällt. Das Resultat sind super leckere Äpfel und Kinder, die gerne in die Früchte beißen, weil sie selbst geerntet haben.

Da erinnere ich mich an die Ernteeinsätze, die ich mit meinen Eltern hatte. Wir waren in den Süßkirschen. Frühmorgens ging es los – dunkel wars und der Skoda meiner Eltern roch nach Benzin und Morgenkälte und ich erinnere mich an die Kolonne anderer Fahrzeuge, mit denen wir Kolonne fuhren. Dann wurden uns die Bäume für den Tag zugeteilt, Körber verteilt und los gings. Wir waren den ganzen Tag in den Kirschen, meine Schwestern und ich – wir liefen zwischen den Bäumen und zur Tischzeit wurde ein großes Picknick gemacht. An diese Tage erinnere ich mich mit Freuden – auch daran, dass wir Kirschen nach Hause schmuggelten.

Nunja, in den Äpfeln waren wir nie, dafür sind da jetzt meine Mädels und die machen das nicht den ganzen Tag, sondern maximal eine halbe Stunde. Aber Spaß macht es ihnen dennoch mindestens genauso sehr, wie mir damals die Kirschen ernten.

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Der Geburtstag anderer Leute

27. Juli 2011 - 21:55 Uhr

Normalerweise sage ich nichts über die Geburtstage anderer  Leute. Und normalerweise gibt es da auch wirklich nicht viel zu erzählen ausser “Mensch war das schön”, denn wenn man eingeladen ist, machen Geburtstage Spaß. Allerdings, wenn man unfreiwilliger Zeuge eines Kindergeburtstages der EXTRA Klasse ist, dann finde ich Geburtstage nicht schön, dann sind sie mir lästig.

Wir waren nämlich heute auf meinem allerliebsten Spielplatz. Der liegt mitten im Wald und hat diese fantastische Mischung aus Abenteuer – durch Hängebrücken – und Rückzugsmöglichkeiten – dank Wald und kleiner Häuschen im Wald. Unser Weg führte uns trotz Regen dorthin, denn ich wollte Eicheln sammeln für ein neues Filzprojekt. Und als wir ankamen, fand ich jede Menge Eicheln, aber auch einen Kindergeburtstag. Ca. 20 Kinder im Grundschulalter um die 7 oder 8 Jahren und ein paar kleiner Kinder um die 5 Jahre tummelten sich übermutig auf den Geräten und machten den Spielplatz zu einem wirklich lustigen Raum. Aber da waren noch die beiden Erwachsenen, Austräger des Kindergeburtstages und voller Motivation gepaart mit dem Wissen, garantiert den besten Geburtstag aller Zeiten veranstalten zu können. Alles war bis aufs Kleinste minitiös geplant. Mutti hatte sämtliche Weihnachtsgebäck Schachtel voller wertvoller Süßigkeiten vollgestopft, ein Tupper Waren Topf mit schwimmenden Würstchen war lange Mittelpunkt und natürlich hatte jedes Kind einen eigenen Plastikbecher mit einem Namensaufkleber. Wie wir feststellen durften drappierten sie die wertvolle Fracht in einer Ikea Platiktonne unter dem Scheitelpunkt der Brücken, wo die einzig halbwegs trockene Stelle an diesem Morgen war.

Denn trotz der obligatiorischen Jack Wolfskin Jacke beider Erwachsener, Wanderschuhe aller Kinder und dem unaufhörlichen Ruf: zieht die Jacken an, es regnet, waren die beiden Outdoor Erwachsenen nicht in der Lage die Gruppe halbwegs zu bändigen. Macht nichts, ist ja schließlich ein Spielplatz und gut erzogene Kinder aus Neubaugebieten wissen, wie das Überleben geht. Da wird gedrängelt und geschubst, solange, bis andere Kinder einfach gehen, weils reicht. Die Erwachsenen sagen nichts, Kinder müssen das unter sich ausmachen, außerdem kam gerade die gute Bekannte, die mal nach dem Rechten sehen wollte und da hat der Papi mit der super sitzenden Frisur mal schnell alle Jungs freundschaftlich geboxt, während Mutti ein Würstchen anbot. Schön ist es. Aber wirklich zu viel bekamen wir, als die Spiele anfingen. Da hat der gute Mann nämlich sein IPod aus der Wolfskin Jacke geangelt.  Denn es sollte einen Schnelligkeitsparcour geben. Einmal über alle Brücken etc. Wir wurden vorher gefragt, ob uns das recht ist. Ja, und wenn nicht, was dann? Jedenfalls zog er sein IPod aus der Tasche, denn so jemand überlässt nichts dem Zufall  und rief die Kinder der Reihe nach, wie er sie in seinem IPod eingetragen hatte auf die Startposition auf. Waren die Kinder fertig und ich erinnere an die Anzahl der eingeladenen Gäste, wurde die Zeit hinter den Namen in seinem chicen Computer eingetragen und der nächst war dran. Das dauerte so lange, dass die ersten Kinder einfach woanders hingingen, wegrannten oder sich gelangweilt in eine Ecke des nassen Spielplatz setzten und – richtig geraten, es kam der Ruf: Nicht hinsetzen, ist doch nass.

Wir gingen. Arme Kinder. Was für ein vergeudeter Vormittag. Jedenfalls haben wir unsere Eicheln gefunden. Denn meine Jüngste und ich nutzen die Zeit, um reichlich Eicheln zu sammeln immer schön mit einem Blick auf diesem Kindergeburtstag, der so traurig perfekt war, das er mir noch lange nachschallen wird.

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Gassi gehen mit dem Auto

24. Juli 2011 - 20:37 Uhr

Wir waren nun auch einige Tage in Urlaub.  Und was soll ich sagen, man kehrt doch immer wieder mit neuen Eindrücken zurück. Manche Impressionen sind so prägend, da weiß ich gleich, wenn ich diese Bilder sehe, werde ich sie nie vergessen! Ein Beispiel: Wir fuhren von einem kleinen Ausflug zurück ins Ferienhaus und zwar über einen Landweg. Keine Autos weit und breit, nur Natur, jede Menge Bäume, Blumen, Kühe und frische Luft… hach, ja – und dann dieser Hund, der im Vollsprint die Straße entlang rennt. Ich sage noch zu meinem Mann: Was ist denn das? Da sehe ich hinter der Kurve einen kleinen blauen Twingo, der langsam vor sich hintuckerte und ganz offentsichtlich zu dem Hund gehört – oder der Hund zum Auto? Egal, als der Hund aufschließt, steigt aus dem Auto ein mittelgroßer Mann mit Trainingshose – schmutzig und mit leicht ranzigen Haaren. Das Haar ist schütter und das Auto ist eigentlich auch nur Schrott. Der Hund ist bei genauerer Betrachtung eine Mischung aus seltsamer Kreuzung und kaum zu erkennender Hundeschnauze.

Während ich also das beim Vorüberfahren das Handwerkerdekoltee des Mannes mit schütterem Haar und schmutzigen Jogginghosen bewunderte, bemerkte ich eine unbändige Freude über das Bild, dass mir dieser Mensch unbewusst beschert hat. Wie Weihnachten – dieser Köter von einem schmutzigen, dicken Menschen per Auto Gassi geführt wurde. Und während sich meine Mundwinkel wieder nach oben bewegen, appeliere ich an alle, das gleich zu tun, denn es ist diese Alltagskomik, die das Herz so einfach erfreut! :)

P.S.: Ich muss mich entschuldigen, sagt mein Mann, denn ich hatte die Kamera in diesem seltenen Moment nicht dabei und kann Euch daher leider kein Bild präsentieren. Ich werde es malen…. und bis dahin: bitte einfach die Augen schließen und das Bild von alleine kommen lassen!

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Sonntag

3. Juli 2011 - 14:54 Uhr

Was macht eine gute Hausfrau am Sonntag? Kaffekränzchen… Aber ich bin keine gute Hausfrau. Bei mir sieht es aus, wie in einem Schweinestall – pflegte meine Mutter immer zu sagen. Das Mittagessen steht noch immer auf dem Tisch ( es ist jetzt 15.00Uhr), die Kreativwerkstatt ist ein heilloses Durcheinander, das Kinderspielzimmer ist wie immer einmal rumgekehrt und vom Bad reden wir nicht (hier stapelt sich das, was noch zu tun ist, für jetzt und alle Ewigkeit: WÄSCHE). Also, mache ich kein Kaffekränzchen, sondern Putztag. Denn schließlich will Frau einmal in der Woche wenigstens halbwegs sauber durch den Tag gehen. Bitte nicht die Illusionen rauben, ich weiß, dass der Zustand maximal 10 Minuten pro Raum anhält, dann fegen die Kurzen mit aller Kraft und dem Dreck des Universums im Schlepptau durch das Haus und aus ist es mit der Sauberkeit.

Egal, Muttern hat sich an eine Tasche gewagt und da laufen die Kinder nebenher und das Chaos danach ist eben zum Überbersten und Langweilen. Wenn ich könnte, würde ich Meister Propper den Wischmopp in die Hand drücken und mit einer Tasse Kaffee die Flucht ergreifen. Aber der charmante Muskelmann ohne Haare wohnt hier nicht!

Zurück zur Tasche: Ich bin stolz und präsentiere sie Euch deshalb. Sie ist lange nicht perfekt, aber sie ist ein reines Eigengewächs. Selbst entworfen, eigenes Schnittmuster und trotzdem ist was dabei herausgekommen. Sie soll ein Geschenk für meine Nichte werden, die in bälde Geburtstag hat. Wer sich für den Schnitt interessiert, dem kann geholfen werden. Dazu bitte einfach melden! :)

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Kindergarten – Auf Wiedersehen

22. Juni 2011 - 15:30 Uhr

Heute hat unsere Zweitgeborene den Kindergarten das letzte Mal als Kindergartenkind besucht. Schwer fiel es ihr nicht. Weder der Gang zum, noch der Gang vom Kindergarten. Mutti gings da anders. Ich machte Fotos von der Großen Kleinen, die eben noch ein kleines niedliches Baby war. Fotos unseres Kindes mit den Erzieherinnen und Erziehern, Fotos vom Gang in den Kindergarten, von ihrem Kindergartenschild, das fortan ein anderes Kind bekommen wird… Wäre sie meine Jüngste, hätte ich mit Sicherheit das eine oder andere Tränchen verdrückt. Aber so…? War ich einfach nur stolz, wie einfach meine Tochter das gemeinstert hat. Ohne Weh und Klagen einfach auf zu neuen Ufern. Toll  – da möchte man einfach nochmal Kind sein.

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Schwimmbad

20. Juni 2011 - 09:22 Uhr

Am Sonntag ins Schwimmbad – allein die Vorstellung treibt meinem Mann ein kategorisches, ernstgemeinstes “Nein” ins Gesicht und es scheint, als ob alle Fasern seines Körpers plötzlich unüberbrückbare Differenzen hätten. Woher das kommt? Er hasst es zwischen all den anderen Menschen an einem Sonntagvormittag mit den Kindern in ein Schwimmbad – egal welches – zu gehen. Das liegt sehr an der allgemeinen Überfüllung solcher Einrichtungen an einem Sonntag im Allgemeinen und einem verregneten Sonntag im Besonderen.

Aber ich hatte es unserem kleinen Vulkan versprochen. Und Versprechen muss man halten. Unsere Zweitgeborene war zu dieser Zeit auf einen Kindergeburtstag eingeladen, alle anderen wollten mit. Also sah sich mein Mann gezwungen, mitzukommen. Als wir auf den zum Schwimmbad zugehörigen Parkplatz fuhren, sahen wir, es war richtig voll. Die Kinder: “Super!” Mein Mann:”Oh, nein!” Erstaunlicher weise war an der Kasse keine Schlange, wir kamen schnell rein und machten uns auf den Weg in die Becken. Das Babybecken war überfüllt. Keine Chance auch nur 10 cm Wasser für sich zu bekommen, geschweige denn für das mitgebrachte Baby. Denn eigentlich ist das Babybecken immer von Eltern bevölkert. Es gibt nämlich eine Reihe Eltern, die gern mit ihrem Sprössling in das trübe pippiwarme Wasser steigen und sich genüsslich drinnen sulen. Ich vergleiche das gern mit großen Seeelefanten, die sich einfach nicht mehr bewegen können. Der Vorwand ist ganz klar, das eigene Kind vor einem tragischen Unfall zu bewahren. Aber das könnten sie, wie alle anderen Eltern auch, außerhalb des Beckens. Überhaupt macht es doch viel mehr Spaß Zaungast und Publikum des eigenen Kindes und zahlloser anderer Kinder zu sein.. Seis drum. Ich schickte meinen Mann in das verhasste Babybecken. Er zwängte sich und unsere Jüngste an den anderen Besuchern vorbei, setzte sich als Zaungast an den Rand und beobachtete, wie ein kleiner Dreijähriger mit der vom Schwimmbad festinsatllierten Wasserpistole andere Kinder und ein paar der Erwachsenen nass machte. Mein Mann und der Junge fanden das witzig, ich auch – alle anderen nicht.

Unterdessen schwammen unsere beiden anderen Kinder im Schwimmerbecken und unsere Große machte das Drei-Meter-Brett unsicher. Herrlich! Nach 1,5 Stunden hatte wir alle genug und fuhren nach Hause, wo sich unsere Große mit dem letzten Band von “Harry Potter” verzog  – und nimmer mehr ward sie gesehen, und unsere beiden Jüngsten schliefen. Genauso stelle ich mir einen gelungenen Start in den wohl langweiligsten Tag der Woche vor: den Sonntag!

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Nürburgring

17. Juni 2011 - 10:14 Uhr

Vor ein paar Wochen segelte ein Brief in unseren Postkasten, der das Adrenalin hoch fahren ließ. Nein, keine vergessene Mahnung: Es war eine Einladung von Renault zum Familientag auf den Nürburgring. In unseren Adern gefror das Blut und wurde Tröpfchenweise durch Bezin ausgetauscht. Es wird einen Showlauf der Formel 1 Rennserie von Renault geben und auch die Tourenwagen sind mit dabei. Wir dürfen Backstage, in die Pavillions und Renngaragen.

Autorennen und alles, was dazu gehört, ist an sich schon Aufregung pur – aber der Nürburgring hat bei uns Kultcharakter. Das liegt an einem meiner Studentjobs. Denn in meinen frühen Zwanzigern arbeitete ich für den Pavillon des Reifenherstellers Michelin. Nicht als Boxenluder – da wäre ich niemals hingekommen mit meinen niedriegen 1,56 Meter. Ich war die Kaffetante des Pavillions bei Klein- und Großerveranstaltungen des Herstellers oder bei Veranstaltungen, an denen Michelin beteiligt war, wie die Formel 3000 oder das 24 Stunden Rennen. Mein Arbeitsbereich war die Kaffemaschine, der Tresen und die kleine Küche. Ich kochte Kaffee, machte das Klo sauber, bevor die Gäste kamen und versorgte alle, die in den Pavillon kamen mit Getränken und kleinen Snacks. Da kamen dann auch schon Größen wie Poldi – nicht der Drache aus “Hallo Spencer” oder Gerhard Berger. Aber zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich beide nicht erkannte. Gerhard Berger saß bei mir am Tresen und spielte mit seinem Handy und sah ziemlich gelangweilt und auch ein wenig genervt aus. Also fragt ich ihn, ob er einen Kaffe möchte. Nee, so die Antwort, lieber was anderes. Cola, nein, Fanta, nein… Tee? Ich gab auf. Er schaute mich an  und sagte: Milchkaffee . Hä?! Also, dann einen Milchkaffee für den Herren am Tresen. Nicht soviel Milch, ich bin doch keine Kuh. So ganz langsam ging er mir auf die Nerven. Also fragt ich, was er hier so mache, ob er auch Reifenhändler sei, der hier ein Fahrsicherheitstraining absolvierte.

Es wurde super still, der arme Mann verlor die Fassung und das teure Handy stürzte beinahe auf den Boden. Als er sich gefangen hatte, deutete er auf einen Kunstdruck an der Hinterwand des Pavillons und meinte: “Ich fahre die da.” Da waren zwei Tourenwagen dargestellt in expressiver schneller Drucktechnik. Ach, meinte ich, nicht die richtigen Rennautos, die man im Fernsehen so sieht? Und nun musste er lachen. Trank seinen Kaffee und ging. Ich glaube, er hielt mich für ein ziemliches Dummchen.

Später erfuhr ich dann, wer das gewesen ist und naja, ein wenig schämte ich mich schon. Aber andererseits, habe ich so eine von vielen schönen Geschichten vom Nürburgring mitgenommen. Und nun gehen meine Töchter dorthin. Sie hören  den Lärm, riechen das Benzin und vielleicht treffen sie ja auch jemanden, den sie eigentlich kennen sollten, aber es doch nicht tun, jemanden, den sie Jahre später als prominente Persönlichkeit entdecken können. :)

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Sommerferien

15. Juni 2011 - 09:48 Uhr

Der Countdown für die Sommerferien läuft und wie jedes Jahr raunen mir Bekannte zu: ” Ach, wie schrecklich, wie überlebst Du die nächsten 6 Wochen?” Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Sicher ist nur, dass ich mich auf die Ferien freue… Ja, richtig gelesen. Ich freue mich auf die Ferien. Ich freue mich auf die Pause mitten im Sommer, auf Durchatmen, auf Aufwachen ohne Zeitdruck, auf eine Tasse Kaffee, ohne dass Kinder jetzt unbedingt in den Kindergarten oder die Schule müssten…

Es gibt ja eine Reihe Dinge zu tun in den großen Ferien. Damit meine ich nicht, dass ich die Kinder zum Bus zur Ferienfreizeit fahren und wieder abholen muss. Ich meine, dass Sommerferien neben der reinen Erholung auch immer von sehr viel Arbeit geprägt sind. Wenn man wegfährt, müssen Koffer gepackt, Tiere versorgt, das Auto urlaubssicher gemacht werden. Wenn man nicht wegfährt, müssen die Sachen für das kommende Schuljahr organisiert, Feriengäste von anderen Familienteilen aufgenommen und versorgt werden, und und und… Daneben steht die eigene Arbeit, die auch nicht zu kurz kommen darf.

Aber wenn man sich mit Ruhe und dem Wissen unendlich viel Zeit zu haben auf den Weg macht, kommt man sehr geschmeidig über die Ferien. Wie wäre es zum Beispiel mit Zelten  im heimischen Garten. Ist die Freundin nicht gerade in Frankreich oder sonst wo, kann sie ja mitmachen und schon wird die Sache richtig lustig.

Für mich sind die Ferien eine Zeit der Neuentdeckung der Familienmitglieder. Endlich habe ich Zeit genug, meine Kinder noch einmal genau zu beobachten, sie zu erkunden. Welche Schritte haben sie gemacht, die ich wegen Mangel an Zeit nicht mitbekam … Ich bin ein echter Fan der Sommerferien. Und weil ich das bin, werde ich in den nächsten Wochen so einiges zu erzählen haben. Und vielleicht ist für den einen oder anderen der eine oder andere Ratschlag zum Überleben dabei.

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