Unwetter

Gewitter im Sommer sind was Normales. Aber gestern war hier mehr als ein Gewitter – es war ein Unwetter. Und wir waren mittendrin. Alles begann mit dem Wunsch der Kinder ins Freibad  zu gehen. Dafür bin ich immer zu haben, wenn das Wetter halbwegs mitspielt. Auf dem Weg dorthin – wir brauchen etwas 20 Minuten mit dem Auto – hatte ich schon so eine komische Vorahnung. Die Windräder am Berg standen still, aber die Wolken bauten sich zu hohen Konstrukten auf. Meine Große meinte noch: das sieht aus, wie die Ruhe vor dem Sturm.

Sei es drum, wir ins Wasser bis die Kinder wieder blaue Lippen hatten und nicht so schnell zittern konnten, wie sie froren. Ein Picknick sollte helfen, die armen durchfrorenen Nasen wieder warm zu machen. Und da war es plötzlich da – das Unwetter. Die dunkle Front stand drohend vor uns. So schnell wir konnten, packten wir unsere Sachen zusammen und rannten zum Auto. Kaum im Auto ging es auch schon los. Dicke Regentropfen platschten auf den warmen Aphalt, heftig werdender Wind begann die Äste der Bäume ordentlich durchzuschütteln. Noch hatte ich Hoffnung, dass es nur ein langweiliges Gewitter war, das sich freundlicher Weise bald wieder verziehen würde. Tat es aber nicht und als ein Baum direkt vor uns in zwei Hälfte geteilt wurde, wagte ich den Blitzstart vom Schwimmbad Parkplatz. Höchste Eisenbahn, denn die Brücke, die in den Ort führte, war bereits so stark geflutet, dass das Auto mehr schwamm als fuhr. Auch der Weg nach Hause war ein Alptraum – Sicht gleich null, Aquaplaning an sehr vielen Stellen, reißende Bäche und Schlammmassen, sie sich über die Straßen wälzten. Wir fuhren schneller als die Wolken waren und brachten uns in Sicherheit. Als wir auf einer Anhöhe waren, wagten wir den Blick zurück ins Tal – schwarz, unglaublich, was für ein Wetter!

Kategorie: Alltag, Ferien, Freizeit Kommentieren »


Kommentar schreiben

Kommentar