22. Juni 2012 - 20:18 Uhr
Wenn wir unsere Kinder spielen lassen, dann versuchen wir, ein nach Möglichkeit mit allen Sinnen erfahrbares Spiel ohne großes Einmischen von uns Erwachsenen stattfinden zu lassen. Dazu brauchen wir Spielplätze, die sich für das Ausleben der Rollen in Form von Einfachheit eignen. Ein Spielplatz von natürlicher Einfachheit ist das, wonach wir streben.

Für gewöhnlich ist ein Spielplatz aber ein Ort, an dem Kinder nicht spielen sollen, sondern der ihnen den Vollzug des Spielens ermöglicht oder besser halt, der den Kindern auf Grund seiner zur Verfügung gestellten Geräte und Anordnung der Geräte das Spiel genau vorgibt. Da stehen meist eine oder mehrere Schaukeln, manchmal eine Tellerschaukel, es gibt Klettertürme, Karusselle und hin und wieder einen Sandkasten. Ich gebe zu, ein normaler Spielplatz mit einer Rutsche, einer Schaukel, eingebettet in eine Neubau- oder Plattensiedlung ohne Bäume, Sträucher oder sonstigen Sichtschutz erschreckt mich. Hier möchte ich nicht hin und hier möchte ich meine Kinder nicht spielen lassen. Spielplatz ist für mich ein Ort des Spielens der Kinder und ein Treffpunkt. Hier treffen wir Freunde, andere Eltern kommen mit ihnen ins Gespräch, suchen nach neuen Antworten auf Fragen oder schweigen gemeinsam. Die Kinder unterdessen treffen eben hier auf dem Spielplatz ihre Freunde und erleben im besten Fall einen aufregenden Nachmittag. Erstaunlicher weise haben wir hier in unserem kleinen Ort einen vollkommen unspektakulären und deshalb perfekten Spielplatz. Es gibt einen Rutschturm, zwei Schaukeln, die sich gefährlich nah am Zaun befinden, eine Wippe, ein Karusell – langweilig. Wären da nicht all die Gebüsche, Kletterbäume und seit neuestem ein rießiger aufgeschütteter Erdwall. Und was all die modernen Spielplätze nicht zu leisten im Stande sind, schaffen die wenigen Büsche, der Erdwall und die Weite der Aussicht – Spiel und Ruhe. Mich umschleicht so manches Mal der gute Rousseau und seine Sehnsucht zur Rückkehr zur Natur. Ich versuche, mich aus dem Spiel so weit es geht herauszuhalten. Ermahne nur, wenn es gefährlich oder wirklich ungerecht wird. Und so schleichen unsere Kinder um die Büche und Kletterbäume, erleben wilde Fahrten auf einem alten Karusell und sagen am Ende des Tages, dass sie glücklich sind.
Hier sind die Kinder noch immer Kinder, gehen im Spiel auf, folgen dem Spiel und lassen sich darin treiben. Aber (es gibt immer ein ABER): der Spielplatz wird abgerissen, die Büsche werden dem Erdboden gleich gemacht. All die schönen Kletterbäume verschwinden – was bleibt ist die Erinnerung an all die schönen Momente, die so nicht mehr stattfinden werden. Schade. Der Spielplatz muss einer Straße weichen. Wie so oft, ein neuer Spielplatz soll entstehen – schöner, größer, besser – man kennt das ja.

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16. Juni 2012 - 16:46 Uhr
Happy BloomsDay – für all jene, die wissen wovon ich rede. Und weil es eigentlich am Blooms Day ja nur um ein Stück Seife und den langen Weg durch einen ganzen Tag Dublin inclusive der Selbstbetrachtung eines gewissen Herrn Bloom geht und ich regelmäßig in Müßiggang mit meinem eigenen Geist verfalle, dachte ich mir, ich schließe mich dem spannenden Blog Fine Little Day an und präsentiere euch mal mein Gesicht. Ich weiß, dass mein Gesicht in letzter Zeit hier auf dieser, meiner Seite, öfter auftaucht. Aber, wie ich bereits beschrieben habe, erlerne ich gerade die Sprache der Bilder neu. Gehversuche gehören dazu, will man eine Sprache lernen. Und was eignet sich besser als das gute, alte Portrait. Es ist die erste Aufgabe eines jeden guten Bildverstehers(Kunsthistorikers), Selbstportraits verstehen zu können. Manchmal ist es schwerer und manchmal ist es leichter. In meinem Fall ist es denkbar einfach.

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16. Juni 2012 - 10:11 Uhr

Regenwetter – grau in grau, kaum Farben und wenig gute Laune macht sich breit. So der erste Gedanke beim Blick aus dem Fenster. Der Blick im Raum vor dem Fenster zeigt mir aber immer wieder, wie kindliche Phantasie auch aus einem grauen Tag einen bunten machen kann. Manches Kind in diesem Haus nutzt die Ruhe und näht. Neue Kleider für die Puppen, ein Armband oder Buchhülle. Das andere Kind liest einen neuen Schmöker und das dritte Kind puzzelt in den verschiedenen Winkeln dieses Hauses. Ich gehe sie immer wieder suchen, sie macht sich unsichtbar, überrascht mit neuen Erkenntnissen. Und das kleinste Wesen hier kuschelt sich an mich und ist zufrieden mit dem “einräumen und ausräumen und geburtstagsspielen mit Bauklötzen – Spiel” Manchmal gehe ich an solchen Vormittagen ins Schwimmbad – aber heute nicht. Heute möchten wir Ruhe und genießen das Grau.

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15. Juni 2012 - 10:12 Uhr

Schon mal was von Kinfolk gehört. Ich wette: ja. Es scheint mir, als ob unsere Generation neben dem gesprochenen Wort eine eigene, neue Sprache formuliert: die Sprache der Bilder. Fotos sind das Medium, mit dem wir uns weltweit verstehen, Blogger, normale Menschen, Journalisten, Kinder, Erwachsene – solange wir aus einer den neuen Medien zugänglichen Gesellschaft kommen. Meine Kinder verstehen die Bilder der australischen Bloggerin Jodi, die ich persönlich sehr wert schätze. Sie verstehen die Bilder von Line+Liv und anderen spannenden Bloggerinnen über den Erdball verteilt. Und es scheint wie in der gesprochenen Sprache eine Art Trend zu geben, den Ausdruck im Bild zu suchen. Klare Bilder intentieren klare Sprache, einfaches Verstehen. Die Mystik der reduzierten Farben machen Bilder zu mehrdeutigen Werken – Alltag und Kunst. Ist es nicht genau das, worum es bei Kinfolk geht? Ich gebe zu, ich lerne noch.

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12. Juni 2012 - 08:55 Uhr
Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem gestrigen Post. Selbstverständlich hatte das Kind ein Geburtstagskleid bekommen. Und selbstverständlich wurde es von mir genäht. Wie immer in letzter Minute und wie immer ohne Schnitt. Unsere Tochter lieeebte dieses Kleid sosehr, dass sie es sofort anzog und erst auszog, als Kuchen, Knete, Stempel, Wettrennen im Gras usw. am Kleid klebten – die Fotos beweisen es

Am Abend sah das Kleid dann so aus! Man könnte meinen, es ist genauso müde wie unsere Tochter gewesen:)
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11. Juni 2012 - 15:48 Uhr

Fünf Finger an jeder Hand, fünf Zehen an jedem Fuß – fünf Jahre braucht man im Schnitt um sich in einer neuen Umgebung wirklich zu Hause zu fühlen, fünf Stunden können ein Ewigkeit sein, fünf Sekunden nicht. Fünf Jahre aber sind eine große Zeit. Und wenn ich daran denke, was ein Kind, was unser Kind in fünf Jahren erlernt hat – bleiben mir manchmal einfach die Worte weg. Unser drittes Mädchen hat die Fünf gemeistert. Sie ist nun schon richtig groß. Sie ist sportlich, schlau, schön – wunderschön und wunderbar. Und klar haben wir gefeiert – drei Tage und drei Nächte? Nein, fünf Tage und fünf Nächte! Es kamen viele Gäste, es kamen die besten Freunde und es kamen die wichtigsten Erwachsenen. Es kamen all jene, die unser Kind feiern wollten und es auch taten und zwar richtig!





Immer mit dabei, die Tischdecken von Bulters, die Lampions von Nanu Nana und die selbstgebastelten Papier PomPoms – es hat richtig Spaß gemacht!
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4. Juni 2012 - 16:47 Uhr
Das I Phone – ich habe es. Hach, es war ein lang gepflegter Traum – ein echter Konsumwunsch. Ich habe ihm bisher nicht nachgegeben. Aber nun ist ja das neue raus und ich konnte nicht widerstehen. Und wie mit allen Wünschen, die man so lange mit sich herum trägt, ist der Moment der Wunscherfüllung manchmal ein Moment der Klarheit und Gewissheit, dass man sich den Wunsch einfach besser nicht hätte erfüllen sollen, denn es funktioniert nicht, sieht nicht so schön aus oder bringt zu viele Nervereien mit sich … der Rattenschwanz ist endlos.
Nun ja, ich bekam dieses Ding einfach nicht in Gang. Im mitgesendeten Handbuch stand zu lesen: Folgen Sie einfach der Anleitung. Ich folgte der Anleitung – aber da war einfach nichts zu machen. Die Anleitung funktionierte nicht. Ich ging in den Apple Store und die junge Frau stellte mir das Handy freundlicher Weise in null komma nichts ein und sagte nach wenigen Minuten: so, nun müssen Sie das I Phone zu Hause nur noch entsperren, folgen Sie der Anleitung. Meine Skepsis war wach – folgen Sie der Anleitung. Ist das ein Witz? Zu Hause fragte mich meine älteste Tochter, ob ich das neue Handy denn nun endlich in Gang gebracht hätte und ich sagte ganz stolz: sicher, bin ja nicht dumm. Ich folgte einfach der Anleitung.
Tja, es funktionierte immer noch nicht. Also fragte mich das Kind, ob sie es vielleicht mal ausprobieren könne. Mmmh, warum eigentlich nicht. Sie folgte keiner Anleitung. Nur ihrem kindlichen Instinkt, Dinge zu erkunden, zu erfahren und ihrem Urvertrauen, Dinge richtig machen zu können. Und, was soll ich sagen: Unsere Tochter hat das Ding zum Laufen gebracht. Ich war platt, ich war stolz und ich habe mich an die wichtigste Lektion meines Lebens erinnert: folge nicht der Anleitung. Nur wenn es gar nicht anders geht. Ich folge keiner Anleitung. Denn immer, wenn ich es getan habe, ging es mit Sicherheit daneben. Anleitungen machen das Leben nicht leichter, sie verkomplizieren es. Hätten sich mein Mann und ich an Anleitungen gehalten, wir hätten heute wohl nicht die Familie, die wir haben, wir hätten nicht die Karriere, die wir haben, wir hätten nicht uns.

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3. Juni 2012 - 17:08 Uhr
Neulich wurde ich gefragt: Bloggen – wer liest denn sowas überhaupt? Nun, das gab mir sehr zu denken und ich dachte noch eine ganze Weile nach. Bis ich auf die aktuelle Foto Challenge von Frau Pimpinella stieß. Ungeschminkt!
Hups, ja genau, das ist die Antwort. Ungeschmikt – deshalb lesen so viele Menschen Blogs und deshalb werden es immer mehr Leser. Denn was uns alle verbindet, ist die unstillbare Sehnsucht nach normaler Realität, nach Menschen um uns herum. Nach den Nachbarn, die auch ihre Macken haben, nach den Kindern anderer Leute, die wir auf undurchschaubare Weise mit aufwachsen sehen. Es ist die große Sehnsucht nach den Anderen, nach Gleichen. Und eben das erlaubt uns das Internet und das Bloggen. Wir schreiben aus unserem Leben – wie hat es DasNuf in der aktuellen Magazin Ausgabe genannt: “Ich glaube, Bloggen ist was für introvertierte Extrovertierte.” Im Netz treffen wir auf Geschichten – wahr überwiegend, ein wenig Erfundenes dazu und jede Menge spannenden Alltag. Ungeschmikt eben – spannend – real – lesenswert – fern jeder großen Massenzeitschrift – Nischen und Trends – und vor allem auch die Zukunft. Aus diesem Grund mache ich mit bei dieser Challenge

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2. Juni 2012 - 10:18 Uhr
Unsere Tochter – die dritte im Bunde und ihres Zeichens bald Geburtstagskind – hat in Kürze einen Auftritt. Ganz groß mit dem Tanzstudio in einer großen Halle der Stadt. Spannend! Sie ist aufgeregt und sie braucht ein Kostüm. Ihre Tanzlehrerin hat uns Eltern gebeten, ein solches Kostüm für ihren Auftritt zu kaufen oder anders zu besorgen. Also in meinem Fall – selber nähen. Schließlich handelt es sich um Pippi Langstrumpf und eine Schürze für die liebenswerte Pippi, die jetzt von unserer Tochter interpretiert wird, ist schon lange auf meiner To-Do-Liste.

Ich hatte wie immer keinen Schnitt. Nicht dass ich keinen gefunden habe, ich hatte einfach keine Zeit, den passenden Schnitt zu besorgen. Dennoch die Schürze ist einfach zu machen und das Herstellen hat auch großen Spaß gemacht, denn immerhin durfte das Kind, die passenden Stoffe aus der große Kiste heraussuchen und wurde angehalten, meine Arbeitsschritte genau zu überprüfen, ob ich auch alles richtig mache. Die Vorlage habe ich übrigends von der offiziellen Astrid Lindgren Seite heraus gezogen. Hier gibt es zwar keinen Schnitt, aber doch immerhin ein schönes Bild der Pippi Langstrumpf. Und da konnte ich schon mal den Schnitt einfach herauslesen….
alles, was unsere Pippi Langstrumpf nun noch braucht, ist eine rote Perücke….
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