U irgendwas
30. August 2011 - 06:33 UhrHeute morgen werde ich mal wieder meine Zelte beim Kinderarzt aufschlagen. Unsere Jüngste braucht ihre U irgendwas (ich glaube, es ist die U 7 mit angeschlossener Impfung von irgendwas). Ich gebe zu, ich blicke schon lange nicht mehr so genau durch. Aber dafür haben wir ja hier in RLP diesen wunderbaren Dienst des Gesundheitsamtes. Wenn man nicht in einer bestimmten Frist beim Kinderarzt war, wird man energisch an die Einhaltung des Termines erinnert. Reagiert man dann immer noch nicht, kommt das Jugendamt.
Ich habe dazu mal einen Artikel in der Zeit gesehen. Also scheint es ein bundesweites Phänomän zu sein – ich meine diese Erinnerungen. Ziel dieser ganzen Aktion ist es, Kinder vor zuviel Verwahrlosung oder Gewalttaten zu beschützen. Der Erfolg ist laut Zeit Studie mangelhaft. Naja, aber ich schweife ab. Mein Vormittag wird also komplett in einem mit Bakterien und Viren verseuchten Wartezimmer eines Kinderarztes stattfinden. Denn unser Kinderarzt hat Wartezeiten von bis zu 2 Stunden. Das ist eine Frechheit, aber in dieser Praxis sind sie so mit einer vernünftigen Organisation überfordert, da wird sich nie was ändern. Denn wenn man sich beschwert, heißt es: ich kann auch nicht mehr als Arbeiten! Schon recht.
Wir könnten ja in eine Praxis in die Stadt wechseln. Aber mal ehrlich, wer schleppt schon gerne sein krankes Kind in die nächste Stadt. Eine halbe Stunde hin, eine halbe Stunde zurück. Dann die Parkplatzsuche und der unter Umständen lange Weg zu Fuß zur Praxis – immer mindestens zwei Kinder dabei? Nein danke. Denn woanders wartet man auch, wenn auch nicht soooo lange.
Ja, und was machen die bei diesen U Untersuchungen. Sie untersuchen das Kind, ob es sich wohl in die vorgegebenen Entwicklungstabellen einstufen und einsortieren lässt. Das hilft irgendwelche Erkrankungen zu erkennen und frühzeitig zu therapieren. Schon recht. Als ich neulich mit meiner dritten Tochter diese Untersuchung hatte, wurden ihre Ohren untersucht. Sie wurde von einer Arzthelferin, die vor zwei Wochen mit ihrer Ausbildung begonnen hatte, ohne irgendwelche Anleitungen oder Beobachter, mit einem Kopfhörer versehen, der ihr so zu groß war, dass die Ohrmuscheln ihr auf dem Hals hingen. Also hob ich dieses Gerät über die Ohren, damit sie die Pfeifgeräusche hören konnten. Ein Witz ohne Gleichen. Der Test war erwartungsgemäß miserabel ausgefallen und eigentlich sollte meine Tochter nah dran sein, ihr Gehör zu verlieren, falls sie jemals eines besaß. Die Vertretungsärztin war bei der Testauswertung auch wirklich fleißig dabei, an unserer Tochter irgendwas zu finden, was weiter therapiert werden musste. Und da kamen die Ohren ganz recht. Mit diesem Kind muss man zum Ohrenarzt. Sie steckte ihr die Ohrguckmaschine bis zum Anschlag ins kindliche Ohr und tat dem Kind dabei so entsetzlich weh, dass meine Tochter sich von der Ärztin nicht mehr anfassen ließ. Und nun stand ohne Zweifel fest, dass Kind muss zu einem Spezialisten. Da stimmt ja irgendwas nicht. OOOOOOOOOOOHHHH MANNNNNNNNNNNNNNN!!! Wenn es Momente gibt, in denen ich als Mutter mal so richtig sauer werde, dann seht ihr mich hier kochen. Ich erklärte der guten Frau: dass, ich nun ausnahmsweise mal wüßte, warum das Kind nicht hören kann – die Untersuchung ist SCHULD. Denn bisher dachte ich immer, das liegt am Alter. Schließlich ist das Mädchen vier und in einer ihrer sogenannten Trotzphasen. Ich versicherte ihr, dass wir uns nicht mehr wiedersehen würden und wünschte ein schönes Leben….
So, und heute morgen, muss ich da wieder hin. Diesmal mit der Jüngsten! Ich bin mal gespannt.
P.S.: Einen hab ich noch. Der Sprachtest: die Kinder sollen da Dinge, die auf Karten aufgedruckt sind, benennen. Es geht um Lautmalerei. Schon recht. Eine der Karten zeigte eine Straßenbahn. Die Kinder sollten das Wort Straße einwandfrei aussprechen und eben nicht lispeln. Aber meine arme kleine Maus wusste gar nicht, was das ist. Wir wohnen mitten auf dem Land. Die nächste Straßenbahn ist mehrere hundert Kilometer weit weg. Welche deutsche Innenstadt hat denn noch Straßenbahnen? Unsere Tochter sagte also: ein Zug. Falsch. Versuchs noch mal. Eisenbahn. Ne, nicht ganz richtig. Wie heißt die Eisenbahn denn, die du da siehst? ( an diesem Punkt war meine Geduld runter auf Null! Und ich sagte sehr energisch: Woher soll mein Kind eine Straßenbahn kennen?) Unser Kind sah mich an und sagt geistesgegenwärtig: STRAßENBAHN! Und grinste…..






